Mooshof - die Tinkerseite

Die Trächtigkeit

Der Geburtstermin naht: Das Warten wir unerträglich spannend

  • Spätestens 6 bis 4 Wochen vor der Geburt muss die Stute ihre Geburtsumgebung beziehen. Diese Zeitspanne braucht sie um die spezifischen Abwehrstoffe zu produzieren, die über die Kolostralmilch an das Fohlen weitergegeben werden.
  • Ca. 4 Wochen vor der Geburt fängt das Euter an zu wachsen. Wobei es gerade bei erstgebährenden Stuten auch sein kann, dass man davon gar nichts zu sehen bekommt und das Euter bis zur Geburt völlig unscheinbar aussieht.
  • Das Absinken des Bauches, das Einfallen der Beckenbänder und das Anschwellen der Schamlippen sind Anzeichen die man in den letzten beiden Wochen bis 24 Stunden vor Geburt beobachten kann. Ebenso wie die Harztröpfchen am Euter, sind das aber alles Anzeichen die auch ausbleiben können oder nicht ausgeprägt genug erscheinen um erkannt zu werden.
  • Die Eröffnungsphase. Diese dauert zwischen 1 und 4 Stunden. Stute wird zunehmend unruhig. Das Fohlen dreht sich in die Geburtsstellung. Die Allantoisblase erscheint und platzt auf.
  • Die Austreibungsphase: Dauer zwischen 10 und 40 Minuten. Diese wird ausgelöst durch das Fohlen, das mit seinem Kopf an der Oberseite des Geburtskanals anstößt und damit die Presswehen auslöst (Ferguson-Reflex). Die Stute liegt nun. Die Fruchtblase erscheint. Leicht versetzt erscheinen zuerst die Vorderbeine mit der Sohle nach unten. Dann der Kopf mit der Nase voraus. Alles was hiervon abweicht, bedeutet Lebensgefahr für Stute und Fohlen. Sofort Ta rufen! Nach den Schultern flutscht der restliche Körper aus der Stute. Die Fruchtblase ist geöffnet. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, Fruchtblase sofort aufreißen, Atemwege des Fohlens freimachen.
  • Die Nachgeburtsphase: erste Aufstehversuche des Fohlens, das Abreißen der Nabelschnur, das erste Saugen und das Abgehen der Nachgeburt sowie das Absetzen des Fohlenpechs.
  • Dabei kann man die 1-2-3 Regel als Hilfe nutzen. Nach 1 Stunde sollte das Fohlen stehen, nach 2 Stunden das erste mal gesäugt haben und nach 3 Stunden sollte das Darmpech beim Fohlen und die Nachgeburt bei der Mutter komplett abgegangen sein.
  • Wenn die Stute aufsteht (nicht hochjagen!!) reißt die Nabelschnur an der dafür vorgesehen Stelle. Ein vorzeitiges eigenmächtiges abbinden oder abschneiden verhindert den Blutzulauf zum Fohlen!
  • Nabelstumpf des Fohlens desinfizieren (in mit Jodlösung gefülltes Schnapsglas eintauchen).
  • Die Nachgeburt hochbinden, damit die Stute nicht darauf tritt. Entweder Knoten machen oder mit einer sauberen Strohkordel hochbinden. Auf keinen Fall daran ziehen.
  • Die komplette Nachgeburt hat ausgebreitet die Form eines F. Nur anhand der Nachgeburt kann überprüft werden ob sie komplett abgegangen ist. Findet die Geburt auf der Weide ohne Menschenkontakt statt, gilt es als erstes, die Nachgeburt zu suchen und bis zum Eintreffen des Tierarztes zur Kontrolle aufzubewahren.

(Auszüge eines Vortrages von Renate Wagner auf der Thaics e.V. Mitgliederversammlung)